Freitag, 18. August 2017

Marmorkuchen mit Mascarpone und Nougat


Nachdem der Mandelkuchen mit Zwetschgen aufgrund des "hohen Fruchtanteils" leider Nichts für meinen obstverachtenden Freund war, hatte er einen Wunsch für das nächste Backwerk frei. Während ich immer möglichst ausgefallene Rezepte ausprobieren möchte und total auf Käsekuchen, Streusel oder klitschige Brownies stehe, überrascht der Mann des Hauses mich immer wieder mit seinen Vorlieben: Zitronen- oder Marmorkuchen heißt es dann immer! 

Manch einer würde sich darüber freuen. Schließlich haben wir doch alle ein gelingsicheres Rezept für diese beiden Klassiker, übertragen von unserer Ur-Ur-Urgroßmutter... Pustekuchen! ICH HAB DAS NICHT! Und wie man diesem Beitrag bereits entnehmen konnte, backe ich nicht unbedingt gerne Marmorkuchen. Wenn bei einfachen Rezepten was schief geht, dann liegt es nämlich am Bäcker. Bei komplizierten Backwerken kann man es immer noch auf die ausgefallenen Zutaten oder Zubereitungsmethode schieben!

Aber wenn der Herr sich Marmorkuchen als Schadensersatz wünscht, soll er ihn auch bekommen. Obwohl ich ja ein bereits erprobtes Rezept an der Hand hatte, juckte es mich wieder einmal in den Fingern und ich wollte etwas Neues ausprobieren. Bei Chefkoch stieß ich dann auf den Marmorkuchen mit Mascarpone und Nougat. Das traf sich gut. Denn Mascarpone hatte ich noch von meinem letzten nicht umgesetzten Backvorhaben da. Und eine Stange Nougat wartete bereits seit letztem Winter darauf endlich eingesetzt zu werden. 

Ich habe das Rezept halbiert und in einer kleinen Guglhupfform gebacken. Für eine normale Guglhupfform müsst ihr zunächst 100g Nougat (kann ruhig auch ein bisschen mehr sein) im Wasserbad schmelzen. Während der Nougat abkühlt, rührt ihr 200g Butter, 250 Zucker, 1 Pck. Vanillezucker und 1 Prise Salz mit der Küchenmaschine oder einem elektrischen Handrührgerät schaumig. Anschließend werden 5 Eier einzeln und 125g Mascarpone untergerührt. Vermischt 1 Päckchen Backpulver mit 425g Mehl und mischt dieses im Wechsel mit 12 EL Sahne und 3 EL Milch (ich habe übrigens nur Milch genommen) mit einem Holzlöffel oder Ähnlichem unter den Teig. Wichtig ist nur, dass ihr nicht zu viel rührt. Die trockenen und nassen Zutaten müssen sich gerade so verbinden.
Den Teig halbieren und zu der einen Hälfte das geschmolzene Nougat sowie 3 EL Milch hinzugeben. Ich habe zusätzlich noch 1 EL Backkakao dazu gegeben, weil ich es gerne herb und schokoladig mag. 
Eine Guglhupfform fetten und im Wechsel je einen Löffel von beiden Teigen hineingeben, bis alles verbraucht ist. Im vorgeheizten Ofen bei 175 Grad Umluft ca. 50 Minuten backen.
Auskühlen lassen und mit Kuvertüre verzieren oder nur mit Puderzucker bestäuben.

Der Kuchen wird durch den Mascarpone richtig saftig und dicht. Die Zartbitterkuvertüre bringt den perfekten Kontrast zum süßen Nougatteig. Beim nächsten Mal werde ich noch kleine Nougatstückchen darin verbacken.

Montag, 14. August 2017

Mandelkuchen mit Zwetschgen



Normalerweise kommt gekaufter Kuchen bei meiner Familie sehr selten auf die Kaffeetafel. Cantuccini, Haferkekse oder Cookies aus dem Supermarktregal sind okay - aber Kuchen, der sollte im besten Fall aus dem heimischen Ofen kommen. 
Kürzlich war dann aber doch Not am Mann. Zum Kuchen backen fehlte die Zeit und auch der Vorratsschrank mit dem Gebäck war so gut wie leer. Also wurde fremdgebackener Kuchen vom Bäcker des Vertrauens aufgetischt. Apfel-Streusel und Zwetschge! 
Zugegeben: der Apfel-Streusel-Kuchen war wirklich lecker. Die Zwetschge kam allerdings nicht sehr gut an. Zum Einen bin ich ja wirklich gar kein Fan von Obstkuchen mit Hefeteig! Denn der wird einfach viel zu schnell trocken. Ich gehöre ganz klar zur Fraktion Rührteig und Mürbeteig! 

Das Debakel mit dem Zwetschgenkuchen vom Bäcker ließ mir keine Ruhe. Also wollte ich mich selber an den Backofen stellen und einen saftigen Zwetschgenkuchen backen. Ohne Hefeteig! Es sollte aber auch kein Standartrezept mit Mürbeteig und Streuseln werden. Stattdessen wollte ich unbedingt Etwas mit Frangipane machen. Fragipane ist eine Creme aus Butter, Zucker, Mandeln, Mehl und Eiern, die in Frankreich zum Beispiel im Galette des Rois als Füllmasse verwendet wird.

Warum es unbedingt ein Zwetschgenkuchen mit Frangipane werden sollte, weiß ich nicht. Aber ich bin froh, dass ich dieses Bauchgefühl hatte - denn der Kuchen war wirklich eine Wucht :) Zufällig bin ich beim Stöbern nach einem passenden Rezept über die "Crostata di fichi" bzw. den Mandelkuchen mit Feigen aus Jamie Olivers "Genial Italienisch" gestolpert. Mürbeteig, Mandelmasse und Feigen - die sich in meinem Kopf aber ganz easy durch Zwetschgen ersetzen ließen. 

Das Experiment ist glücklicherweise geglückt! Der Mürbeteig ist nicht sehr süß, die Mandelmasse dafür umso mehr, was wiederum super mit den saftig, sauren Zwetschgen harmoniert. Wir haben den Kuchen ohne alles genossen. Jamie serviert ihn jedoch mit einem Klecks Mascarpone oder Creme fraîche. Ich könnte mir auch sehr gut eine Kugel Vanilleeis dazu vorstellen. 


Das Rezept ist geeignet für eine 28cm große Tarteform. Da ich diese nicht besitze, habe ich meine 26cm große Springform benutzt. Hat ebenfalls super funktioniert, allerdings hatte ich doch ein wenig Mandelmasse übrig (also nicht wundern). Mit dem Mürbeteig bin ich gut ausgekommen, aber vielleicht habe ich ihn auch etwas zu dick ausgerollt...

Zunächst bereitet ihr den Mürbeteig aus 125g Butter, 100g Puderzucker, 1 Prise Salz, 250g Mehl, Vanille (nach Belieben), 2 Eigelb und 2 EL Milch vor. Ich schmelze die Butter immer ein wenig in der Mikrowelle, so geht es leichter! Den Teig stellt ihr dann im Kühlschrank kalt und wendet euch der Mandelmasse zu.
Hierfür schmelzt ihr erneut 250g Butter in der Mikrowelle und rührt diese mit der Küchenmaschine oder dem Handrührgerät mit 250g Zucker schaumig. Danach werden 2 Eier sehr gut untergerührt. 280g Mandeln - ich habe welche mit Haut verwendet, Jamie nutzt gehäutete - werden dann in der Küchenmaschine fein zermahlen. Ihr könnt natürlich auch schon gemahlene Mandeln nutzen! Diese gebt ihr dann gemeinsam mit 50g Mehl und einem ordentlichen Schuss Grand Manier (Jamie nutzt Grappa) zu der Butter-Zucker-Ei-Masse. Die klebrige Füllung kommt dann in den Kühlschrank, während ihr eure Zwetschgen vorbereitet. 
Ich habe sie einfach nur halbiert und mit 1 Pckg. Vanillezucker und ein wenig Grand Manier eine Stunde ziehen lassen. Ihr könnt sie aber auch direkt weiterverarbeiten und in Viertel oder Achtel schneiden. Bei der Menge geht ihr einfach nach eurem Geschmack. 

Wenn ihr soweit seid, könnt ihr den Ofen auf 170 Grad Umluft vorheizen. Die Tarteform bzw. eure Springform wird mit dem Mürbeteig ausgelegt. Zieht auf jeden Fall einen Rand nach oben, die Masse geht noch ein wenig hoch. Dann streicht ihr die Mandelmasse auf den Teig (ich hatte sicherlich noch 1/4 der Masse übrig, die ich hinterher ohne alles im Muffinblech gebacken habe) und drückt die Zwetschgen rein. 
Der Kuchen kommt für mindestens 40 Minuten in den Backofen. Er sollte von oben schön gebräunt sein. Das kann auch gut 50 Minuten oder sogar eine Stunde dauern, je nachdem was für eine Form ihr verwendet. 
Anschließend mit Puderzucker bestäuben und gerne noch lauwarm vernaschen.

Sonntag, 11. Juni 2017

Schwarzwälder-Kirsch-Torte

Wenn in meiner Familie oder im Bekanntenkreis Geburtstag gefeiert wird, werde ich nicht selten mit der dankbaren Aufgabe des Kuchenbackens betraut. Ich freue mich natürlich immer riesig darüber einen Anlass zum Backen zu haben, wenn mit dem "Auftrag" jedoch keine speziellen Wünsche eingehen, zermartere ich mir aber auch mal gut und gerne einige Tage den Kopf darüber, was ich auftischen möchte. 
Manchmal weiß das Geburtstagskind aber auch schon ganz genau, was ich backen soll. So erst kürzlich passiert, als der Vater meines Freundes sich eine Schwarzwälder-Kirsch-Trote wünschte. Mein erster Gedanke "geil! wollte ich immer schonmal machen!"... meine Gedanken während der Vorbereitungen "warum lasse ich mich auf so etwas nur ein!"... 

Da ich Rezepte ja ganz gerne mal abwandle, bin ich auch hier kreativ geworden und habe mir von unterschiedlichen Quellen Inspirationen geholt. Da mir Sahnefüllungen einfach nie schmecken, habe ich hier noch Mascarpone zugemischt, was sicherlich auch für die Standhaftigkeit sehr förderlich war! Der Mürbeteigboden ist ebenfalls ein Muss, damit die Torte stehen bleibt! Mir ist nicht ein Stück umgefallen :) 

Ohne Frage: die Schwarzwälder-Kirsch-Torte ist sicherlich nicht wenig zeitaufwendig. 

Allerdings lohnt es sich! Jeder, der gerne backt, sollte sie mindestens einmal im Leben gebacken haben ;)


Ich habe die Schwarzwälderkirsch-Torte mit einem flexiblen Tortenring gebacken, den ich auf ca. 20-22 cm eingestellt habe. Die Torte ist dann recht hoch geworden. 

Für den Mürbeteigboden...
...aus 40g Zucker, 80g Butter und 120g Mehl mit den Knethaken der Küchenmaschine vermengen und ca. 30 Min im Kühlschrank kalt stellen. Danach am Besten direkt auf Backpapier ausrollen. Ich nehme dazu einen weiteren Bogen Backpapier oder Frischhaltefolie zwischen Nudelholz und Teig, so lässt er sich besser ausrollen ;) Mit dem Tortenring als Schablone einen entsprechend großen Kreis (lieber mit ein wenig mehr Rand) ausstechen/schneiden. Die Reste vom Teig anderweitig verwenden (ich habe einfach Kekse daraus gemacht, einfrieren geht aber auch). Im vorgeheizten Ofen bei ca. 170 Grad Umluft goldbraun backen (nicht zu dunkel werden lassen)

Jetzt den Schokoladenbiskuit herstellen...
Dazu 6 Eier trennen. Das Eigelb mit 3 EL warmen Wasser, 1 Pck. Vanillezucker und 120g Zucker mit dem Rührgerät hell und cremig schlagen (das dauert ein wenig). In einer separaten Schüssel das Eiweiss mit 80g Zucker und einer Prise Salz steif schlagen. Anschließend unter die Zucker-Eigelbmasse unterheben. 150g Mehl mit 75g SPeisestärke, 2 TL Backpulver und 50g Kakaopulver (Backkakao kein Nesquik o.ä.) in einer weiteren Schüssel vermischen und über die Eiermischung sieben. Mit einem Löffel unterheben. Achtung nicht zu viel rühren, die nassen und trockenen Zutaten sollen sich nur gerade eben verbunden haben. Den Boden der Springform mit Backpapier auslegen, bzw. den flexiblen Tortenring auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech stellen und die Biskuitmasse in die Form füllen. Glatt streichen und auf der mittleren Schiene im vorgeheizten Backofen etwa 40 Minuten bei 170 Grad Umluft backen. Achtung, gegen Ende der Backzeit mal mit einem Holzstäbchen testen, ob er vielleicht schon früher fertig ist

Für die Kirschfüllung...
...2 Gläser Sauerkirschen (ich würde beim nächsten Mal lieber Schattenmorellen nehmen) in einem Sieb abtropfen lassen und dabei den Kirschsaft auffangen. 12 bis 16 schöne Kirschen für die Verzierung zurücklegen. 250 ml Kirschsaft mit 2 EL Zucker und 1 Prise Zimt aufkochen. 
1 gehäufter EL Speisestärke mit etwas kaltem Kirschsaft anrühren und mit dem heißen Saft unter Rühren einmal kräftig aufkochen lassen. Dann die Kirschen dazugeben und unter vorsichtigem Rühren nochmals kurz aufkochen, vom Herd nehmen und etwas auskühlen lassen. Dann einen großzügigen Schuss Kirschwasser unterrühren. (ich habe hier 2-3 Pinnchen genommen)

Die Sahnefüllung...
...habe ich mit Mascarpone zubereitet. Diese erst herstellen, wenn man bereit ist, die Torte zu schichten. Dazu ca. 500g Schlagsahne in der Küchenmaschine mit 1 Pckg Sahnesteif aufschlagen. In einer separaten Schüssel 500g Mascarpone mit 2-3 EL Zucker und 1 Pckg Vanillezucker cremig rühren. Auch hier wieder beliebig viel Kirschwasser zugeben. Die Sahne unter die Mascarponecreme heben. 

Nun wird geschichtet. 
Dafür den ausgekühlten Biskuit zweimal durchschneiden, damit drei Kuchenböden entstehen. Mit Zahnstochern kann man markieren, wie die Böden zusammengehören, dann wird die Schwarzwälder Kirschtorte nicht schief, wenn die Böden nicht exakt waagerecht durchgeschnitten sind. Wenn sich beim Backen eine Kuppel gebildet hat, sollte man einen Teil der Kuppel wegschneiden. Die Biskuit-Unterseite wird als oberster Boden mit der Unterseite nach oben verwendet, dann hat man eine stabile und ebene Torten-Oberseite.

Zuerst kommt der Mürbeteigboden. Ein wenig Kirschmarmelade oder eingedickten Kirschsaft darauf verteilen (dient als Kleber) und den ersten Biskuitboden auflegen. Den Boden mit belieblig viel Kirschwasser tränken. Dann die gesamte Kirschfüllung darauf verstreichen und darauf ein knappes Viertel der Sahnemischung verteilen. Die Sahne seitlich etwas überstehen lassen. Dann den zweiten Boden auflegen, beträufeln, und mit einem weiteren knappen Viertel der Sahne bestreichen. Nun den letzten Boden auflegen und den Boden ebenfalls mit Kirschwasser beträufeln. Jetzt am besten mit einer Palette oder einem breiten Messerrücken zuerst den Rand, und dann die Oberseite der Schwarzwälder Kirschtorte mit Sahne einstreichen. Dabei ein wenig Sahnemischung für die Rosetten zurück behalten. (—> habe ich mir gespaart und auf die Rosetten verzichtet)

Sonntag, 19. März 2017

Montagsquickie: Hähnchen-Porree-Wok mit Geheimzutat

Ich weiß gar nicht genau, wann... aber irgendwann vor vielen Jahren kam meine Mutter eines Tages mit einem Wok nach Hause. Von da an, gab es bei uns regelmäßig asiatische Köstlichkeiten! Ganz oben auf der Liste stand Curry. Da kann rein, was der Kühlschrank und die Vorratskammer hergeben. Ob Fisch und/oder Fleisch, jegliches Gemüse, Hülsenfrüchte, mit oder ohne Kokosmilch, mal mit, mal ohne Erdnussbutter und häufig scharf. Ingwer, Zitronengras, Fischsauce und Co. gehörten von da an zu dem Standartrepertoire unserer Küche. Denn aus sowas bestehen die meisten Wok-Gerichte nunmal, oder nicht?

Deswegen staunte ich nicht schlecht, als meine Mutter in das brutzelnde Hähnchen-Porree-Gemisch neben Soja-und Fischsauce plötzlich die Tube Mayo entleerte. Ein Wok-Gericht mit Mayonnaise??? Hatte ich bis dahin noch nie gesehen! Ob das jetzt traditionell asiatisch ist oder nicht, sei dahin gestellt! Das Rezept hatte sie nicht etwa von einer spannenden Reise mitgebracht - nein, es stammt aus einem LECKER-Heft von 2009... Trotzdem schmeckt es sehr gut, ist super easy vorzubereiten und sehr schnell auf dem Teller.


Für 4 Personen schneidet ihr zwei Zwiebeln in Würfel. Putzt und wascht eine große Stange Porree und schneidet sie in dünne Ringe. Mit zwei roten Chilischoten verfahrt ihr ebenso. Wascht 600g Hähnchenbrust kurz unter kaltem Wasser ab, trocknet es ausreichend und schneidet es in mundgerechte Stücke. Mit Salz und Pfeffer und zwei bis drei EL Speisestärke mischen. Die sorgt dafür, dass das Hähnchen schön zart wird.
Erhitzt ausreichend Öl in einem Wok (oder einer großen Pfanne) und bratet das Fleisch darin bei mittlerer Hitze ca. 5 Minuten. Gebt Zwiebeln, Chili und Porree dazu und bratet das Ganze noch 3–4 Minuten weiter. Zum Schluss werden zwei große EL Mayonnaise, drei EL Soja- und zwei EL Fischsoße untergerührt. Dazu schmeckt uns am Besten Reis.

Probiert es mal aus! 

Mittwoch, 19. Oktober 2016

Mein erstes Mal: Blondies mit gesalzenen Macadamias

Wer hätte das gedacht... Ich habe mich schon an Macarons und mehrstöckigen Hochzeitstorten versucht, aber so etwas simples wie Blondies, stand bislang noch nie auf meinem Plan! 

Das lag vermutlich daran, dass ich fast immer dunkle Schokolade vorziehen würde. Das war schon früher so. Während meine kleine Schwester immer ihren weißen Schoko-Nikolaus bekam, war es bei mir Vollmilch, Haselnuss oder Zartbitter. Magnum Klassik schmeckt sowieso am Besten und generell habe ich Schokopuddings, Mousse au Chocolat und Schokoladeneis immer den Alternativen vorgezogen. 

Weiße Schokolade war mir früher einfach zu süß. Aber wie so vieles im Leben ändert sich nunmal auch der Geschmack. So kommt es, dass die weiße Schokolade mit Crisp nun auch in meinem Einkaufskorb landet und ich Abends vorm Fernseher mein Magnum White genieße. 

Und als ich dann kürzlich backen wollte, aber keine dunkle Schokolade mehr im Haus und auch keine Lust auf den gefühlt zehnten Eierlikörkuchen in Folge hatte (dabei schmeckt der sooo gut), warum nicht mal Blondies backen? Weiße Schokolade war da, Mehl, Zucker, Butter und Eier ebenso. Was braucht man sonst noch?

Die perfekte Inspiration habe ich bei Judith im Schokohimmel gefunden: gesalzene Macadamias. Eine vielversprechende Kombination! Süß und salzig, fudgy und knackig. Das wollte ich ausprobieren.
Ich habe diese Ofenform von IKEA verwendet, mit den Maßen 18cm x 27cm, das war für mich perfekt, eine größere Form würde ich nicht nehmen, da die Blondies sonst zu flach werden. Notfalls das Rezept mal 1,5 zubereiten.


Zu Beginn den Ofen auf 180° Ober-/Unterhitze vorheizen. 150g weiße Schokolade (ich habe Kuvertüre genommen) in Stücke brechen und mit 150g Butter langsam schmelzen. Das geht sowohl im Wasserbad, als auch in der Mikrowelle. So oder so muss man gut nach der Mischung gucken, damit nichts anbrennt. Lieber länger auf kleiner Hitze schmelzen und gelegentlich rühren! Zur Seite Stellen und abkühlen lassen.
Dann werden 2 Eier und 150g Zucker verrührt. Je länger gerührt wird, desto besser. Die Mischung sollte schön weiß und schaumig sein, das dauert einige Minuten. Anschließend gebt ihr 200 g Mehl zu dem Butter-Schokoladen-Gemisch und rührt es gemeinsam mit der Eier-Zucker-Mischung mit einem großen Löffel oder Teigschaber unter bis ein klebriger, zäher Teig entsteht. 

Nun kommen die gesalzenen Macadamias dazu. Ihr könnt sie ganz lassen, so wie Judith, oder klein hacken - so wie ich es gemacht habe. Ich habe dazu ca. 100g verwendet. Es können aber auch mehr oder weniger sein. 

Für die Form wird nun ein Stück Backpapier zurechtgeschnitten, so dass es gerade den Boden bedeckt und der Blondie sich hinterher besser stürzen lässt. Der Teig wird dann in der Form verteilt und sie wandert für ca. 30 Minuten in den Ofen. Die Zeit hängt von der Größe der Form und dem Ofen ab. Da die Stäbchenprobe nicht funktioniert (der Blondie soll schließlich fudgy bleiben), muss notfalls euer Bauchgefühl entscheiden :) 
Ich liebe es, wenn der Kuchen innendrin noch richtig matschig ist. Bewahrt man ihn im Kühlschrank auf, ist das kein Problem.

Ich werde den Blondie auf jeden Fall nochmal machen. Beim nächsten Mal allerdings gebe ich vor dem Backen ein wenig Fleur de Sel bzw. grobes Salz auf den Teig, um dem ganzen noch mehr Pepp zu verleihen.

Sonntag, 11. September 2016

Der perfekte Streuselkuchen

Dass ich ein Streuselkuchen-Fan bin, habe ich ja bereits hier erwähnt! Das Problem an der Sache ist, dass ich von besagtem Kuchen am Liebsten nur die Streusel essen würde und das gelegentlich auch so durchziehe. Klassischer Streuselkuchen mit Hefeteig würde bei mir niemals im Backofen landen - da bleibt ja dann die Hälfte übrig :) Auf eine Mischung aus Rührteig mit Streuseltopping kann ich mich grade noch so breit schlagen lassen, insbesondere, wenn es der saftigste Streuselkuchen ist! Ganz gerne mach ich sogar Streuselkuchen auf Mürbeteigbasis - den esse ich nämlich mindestens genau so gerne, wie Streusel!!!

Nach langer Backpause bin ich bei Springlane vor Kurzem über einen spannenden Artikel über "die perfekten Streusel" gestoßen. Die Autorin, Sina, hat auf der Suche nach den besten Streuseln der Welt   diverse Variationen getestet. Wie werden sie mit kalter, weicher, flüssiger oder gebräunter Butter? Welches ist das beste Mischverhältnis von Butter, Zucker und Mehl? Gießt man nach dem Backen noch Sahne oder Butter darüber? Besprenkelt man sie während des Backens mit kaltem Wasser?

Nach Lektüre des Artikels war natürlich klar: ich muss Streuselkuchen backen! Und weil ich es mir einfach machen wollte, sollte der Streuselteig direkt für Boden und Topping herhalten - natürlich auf Basis der Angaben bei Springlane. Das Mehl habe ich, wie angegeben, zum Teil durch Speisestärke und Haferflocken ergänzt und so für einen noch knusprigen und mürberen Teig gesorgt.
An dieser Stelle vielen Dank liebe Sina, dass du mir die Arbeit erspart und das Rezept für die perfekten Streusel erarbeitet hast :)

Dazwischen sollte eine Käsekuchenfüllung und die Herzkirschmarmelade, die ich geschenkt bekommen hatte, den passenden Kontrast darstellen. Knusprige, cremige und süße Komponenten verbunden in einem - YUM!



Backofen auf 190° vorheizen. Für eine kleine Springform 115g Butter schmelzen - sie sollte sehr weich bis flüssig sein. Mit 100g Zucker, 100g Mehl, 50g Speisestärke und 50g feinen Haferflocken mischen - am besten mit dem Knethaken der Küchenmaschine. Wer keine Speisestärke und/oder Haferflocken hat, füllt den Rest mit Mehl auf oder nimmt gemahlene Nüsse. Auch Puddingpulver klappt super und gibt noch einen vanilligen oder schokoladigen Geschmack.
Den Boden der Springform mit Backpapier auslegen und die Hälfte des Teiges darauf verteilen und platt drücken. Ich habe dann eine dünne Schicht Kirschmarmelade aufgetragen und anschließend aus 250g Magerquark, 1 Ei, 1 Pck. Vanillezucker und 20g Vanillepuddingpulver eine Käsekuchenfüllung darüber verteilt. Statt Marmelade kann man auch frische Beeren auf der Käsekuchencreme verteilen. Oder man legt den Boden nur mit dünn geschnittenen Äpfeln und Rosinen aus. Hier sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt.
Anschließend zupft man die restlichen Streusel auf die Füllung und schiebt den Kuchen in den vorgeheizten Backofen. Hier bleibt er ca. 20 Minuten - je nach Größe und Art der Füllung kann es aber auch kürzer oder länger dauern. Kurz vor Ende der Backzeit sollte man die Streuseldecke mit kalten Wasser besprenkeln - das sorgt laut Sina für das perfekte Knuspererlebnis!

Nach dem Auskühlen mit Puderzucker verzieren - et voilà, der perfekt, knusprige Streuselkuchen.

Freitag, 22. April 2016

Caesars Salad easy peasy selbstgemacht

Während manch Andere sich jeden Tag von Pizza, Pasta und Co. ernähren könnten, bin ich ein absoluter Salat-Junkie. Viele denken ja immer Salat wäre bloß Grünzeugs - aber der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. 
Das fängt schon bei den "Blättern" an - Kopfsalat, Lollo Rosso, Feldsalat, Rucola, Spinat und was man sonst noch alles in die Schüssel schmeißen kann. Neben der Standart-Rohkost wie Möhren, Gurken, Paprika oder Tomate, kann man auch wunderbar gebratenes Gemüse, wie Pilze, Zucchini oder grünen Spargel dazu tun. Hülsenfrüchte sind viel mehr als Mais und Kidneybohnen - auch Kichererbsen, Linsen, Erbsen oder weiße Bohnen machen sich ganz herrvorragend im Salat. Und schließlich passt auch Fisch und Fleisch, ob warm oder kalt. Man kann Reis, Nudeln oder Kartoffeln untermischen, Käse darüber zerbröseln und sich jedes Mal ein anderes Dressing zusammenrühren.

Normalerweise mache ich keine Salate "nach Rezept", sondern schmeiße rein, wo mir grade so nach ist. Aber gestern sollte es mal wieder Caesar's Salat geben - mit selbstgemachtem Dressing natürlich. Denn Fertigdressing geht mal gar nicht! Dazu gesellt sich krosser Speck, Croutons, Parmesanspänen und in meinem Fall gegrillte Hähnchenbrust. 



Für das Dressing gebt ihr 3-4 EL Creme Fraîche, den Saft 1/2 Zitrone, 1-2 Knoblauchzehen, 50g geriebenen Parmesan, 4 Sardellenfilets und ca. 4 EL Öl in einen hohen Rührbecher oder Mixer und püriert das Ganze einmal durch. Ggf. noch etwas Öl dazu tun, damit es cremiger wird. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Lasst euch nicht von den Sardellenfilets abschrecken, die braucht man unbedingt für den einzigartigen Geschmack! Das Dressing kann man auch super vorbereiten und im Kühlschrank aufbewahren.
Dann wird der Speck gebraten. Damit er schön kross wird, aber nicht anbrennt, muss man ihn ohne zusätzliches Fett bei mittlerer Hitze in der Pfanne braten lassen. Das dauert seine Zeit, aber so wird er perfekt. Danach muss er auf Küchenpapier gut abtropfen. In dem restlichen Bratenfett könnt ihr jetzt die Croutons anbraten. Ich habe dafür ein Aufbackbrötchen genommen, es geht aber auch Toastbrot oder anderes helles Brot. Ggf. müsst ihr noch etwas Öl dazu geben. Behaltet die Pfanne im Auge, sonst werden die Croutons schnell schwarz.
Das Hähnchen könnt ihr in der Pfanne oder auf dem Grill machen. Ihr könnt euch auch ein Grillhähnchen vom Imbisswagen mitnehmen und das Fleisch kleinzupfen. 
Als Grünzeugs werden typischerweise Romanasalatherzen verwendet. Achtet darauf, dass die Blätter nach dem Waschen gut getrocknet werden, denn sonst wird die Sauce zu matschig. 
Der Salat wird jetzt mit ein wenig Dressing gut vermischt, so dass alle Blätter etwas abbekommen. Danach könnt ihr den Speck darüber klein brechen, die Croutons und das klein geschnittene oder gezupfte Hähnchen darauf verteilen. Den Rest der Sauce könnt ihr auf dem fertigen Salat verteilen und anschließend noch mit dem Sparspäler ein paar Parmesanspäne dazu geben. 

Wie ihr seht, habe ich nur für das Dressing Mengenangaben. Alles Andere muss man nach Bedarf zusammenstellen. Männer essen zum Beispiel lieber mehr Fleisch und weniger Salat. Andere wollen vielleicht auch noch ein paar Tomaten oder Paprikastücke drin haben. So oder so - lasst es euch schmecken :)