Donnerstag, 12. Februar 2015

Becherkuchen ohne Becher aber dafür mit extra viel Mandelkaramell...

Becherkuchen sind eigentlich eine super Erfindung. Der Sinn, der dahinter steckt: Kuchen backen OHNE Küchenwaage. Eine tolle Erleichterung, grade wenn's schnell gehen muss oder man keine (zuverlässige) Küchenwaage zur Hand hat. Oder aber, wenn man einfach zu faul ist ;)
Die Zutaten werden einfach alle in einem Sahne-oder Joghurtbecher, dessen Inhalt natürlich ebenfalls im Kuchenteig landet, abgemessen.

Meine Mutti hat so ein Rezept für einen Becherkuchen. Es steht in einem ihrer zahlreichen Kochbücher, um genau zu sein, in einem Miele Kochbuch, das damals mit einem Bräter bei ihr einziehen durfte. Normalerweise meint man ja immer, in diesen Werbegeschenk-Kochbüchern stehen keine vernünftigen Rezepte drin, aber dem ist nicht immer so. In diesem nämlich stehen ziemlich viele leckere und gelingsichere Sachen drin, die sich mittlerweile schon in unserem Standart Koch-und Backrepertoire befinden. So eben auch dieser Becherkuchen, bestehend aus Teig und Mandelkaramell on top.

Das Kochbuch steht allerdings bei Mutti im Schrank. Was tut man also, wenn man Becherkuchen backen will, aber das Rezept nicht zur Hand hat.

Möglichkeit 1: Man nervt seine Mutti einem schleunigst das Rezept rüber zu schicken (das geht mittlerweile eigentlich auch ganz gut, da sie nicht mehr alles abtippen muss, sondern die Vorzüge ihres Smartphones kennen lernen durfte ;))
--> Fiel allerdings raus, weil Mutti arbeiten war und ich ein wenig ungeduldig bin.

Möglichkeit 2: Man sucht sich einfach ein vergleichbares Rezept im Internet.
--> Ist zwar nicht so einfach, da ich ja nicht zu den entscheidungsfreudigsten Menschen gehöre und somit schnell von der Angebotsvielfalt des WWW überfordert bin, aber lieber Stundenlang im Internet surfen, als auf Muttis Rezept zu warten ;)

Man glaubt es kaum. Aber relativ schnell, war dann auch ein ähnliches Rezept gefunden... Wobei die Ähnlichkeit verschwindend gering ist. Der Fokus wurde nämlich vom Becherkuchen auf das Mandeltopping verlagert, so dass ich plötzlich beim Gourmet-Büdchen und ihrem sagenhaft aussehenden Mandelkuchen gelandet bin. Immerhin - ein Becher Sahne ist drin ;) Ansonsten werden die Zutaten schön brav abgewogen.

Da ich hier nur für einen 2-Personen-Haushalt kochen und backen darf, habe ich die Menge ein wenig verringert. Auch das Mandeltopping habe ich etwas nach meinen Bedürfnissen (bzw. nach dem, was die Vorratskammer noch her gab) angepasst ;)



Für 1 klein- bis mittelgroße Auflaufform (ich sollte dringend mal nachmessen...) habe ich 2 Eier mit 140g Zucker lange und ausgiebig in der Küchenmaschine rühren lassen. Dazu kamen dann abwechselnd 180 ml Sahne (bei mir übrigens Rama Cremefine), 200 g Mehl und 1/2 Päckchen Backpulver. Der Teig wird dann bei 180 Grad Umluft ca. 10 Minuten gebacken. Vergesst nicht die Form noch mit Backpapier auszulegen.
Während der Teig im Ofen langsam aufgeht und Farbe bekommt, kommen 50 g Butter mit 110 g Zucker in eine Pfanne, bis die Butter geschmolzen ist, der Zucker sich aufgelöst hat und es anfängt zu schäumen. Darein habe ich dann je 1 Packung gehobelte und gehackte Mandeln gegeben und umgerührt, bis die Mandeln ein wenig Farbe angenommen haben. Das ging recht zackig! Abgeschlöscht habe ich diese köstlich duftende Masse dann mit einem Schuss Sahne. Da ich übrigens keine richtige Sahne mehr da hatte, habe ich die super leichte von Rama Cremefine zum Kochen genommen. Hat super geklappt! 

Die Masse wird dann nach 10 Minuten Backzeit auf den Teig gegeben und verschwindet noch einmal für 10 Minuten im Ofen. Danach gut auskühlen lassen, da die Mandelmasse doch recht flüssig-klebrig war.

Ich werde den Mandelkuchen definitiv noch einmal machen, allerdings beim nächsten Mal noch ein wenig abwandeln. Ich kann mir gut vorstellen, dass man 100 g Mehl im Teig durch 100 g gemahlene Mandeln ersetzen kann. Außerdem würde ich den Teig vor dem begießen mit der Mandelmasse ein paar mal einstechen, damit die Restflüssigkeit einziehen kann (ich bilde mir zumindest ein, dass das klappen könnte ;)). Super schmeckt bestimmt auch noch eine ganz dünne Schicht Aprikosenmarmelade auf den Mandeln.

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