Donnerstag, 29. Januar 2015

Chinesisch mal Anders...


Seitdem die Thaiküche mit ihren zahlreichen Curry-Gerichten bei uns angekommen ist, wird die chinesische Küche ja gekonnt ignoriert. 
Höchstens, wenn mal ein paar Gemüsereste und Hühnchen im Kühlschrank warten, darf der Wok auch mal was anderes verarbeiten, als Kokosmilch und Currypaste: gebratene Nudeln mit allem, was sich so auftreiben lässt und am Besten noch nem Ei! 

Aber - chinesische Küche ist mehr als Resteessen. Deswegen möchte ich heute unseren Evergreen mit euch teilen, der nicht nur wegen der Marinade ein Hit ist (da ist nämlich Alkohol drin, *hicks*). Und auch nicht nur, weil man extrem wenig schibbeln muss...

Mein absoluter Lieblingsvorteil an diesem Essen ist die Beilage - denn wir reichen nicht, wie sonst ja üblich, pappigen Reis oder glibschige Mie-Nudeln dazu, sondern Kartoffelpüree. Ja ganz recht, chinesisches Essen mit Kartoffelpüree. In China würden sie mich dafür steinigen, deswegen bitte nicht weitererzählen. Aber es ist so unfassbar lecker... 



Für 2-3 hungrige Esser braucht ihr 500 g Rindergeschnetzeltes vom Filet oder aus der Hüfte. Das legt ihr in einer Marinade aus 3 EL Sojasauce, 2 EL Sherry, 1 TL Zucker und 1 TL Speisestärke ein. Die doppelte Menge schadet auch nicht. Das Fleisch sollte jetzt mindestens 30 Minuten in der Marinade baden. In der Zwischenzeit könnt ihr die Kartoffeln für das Püree schälen und aufsetzen und das Gemüse für unser Geschnetzeltes putzen. Dafür braucht ihr ca. 2-3 Möhren und 1 Bund Lauchzwiebeln. Die Lauchzwiebeln werden in Ringe geschnitten, die Möhren in Streifen. Wer sie lieber grob mag - so wie ich - der macht sich nicht so viel Mühe (siehe oben ;)). Wer sie lieber fein mag, dem gebe ich einen gut gemeinten Tipp: kennt ihr die fertig geraspelten Möhren aus dem Salatregal im Supermarkt? Die kann man wunderbar für dieses Gericht verwenden, machen weniger Aufwand und Abfall!
Wenn das Fleisch gut durchgezogen und die Kartoffeln für das Püree fast gar sind, kann man die Möhren kurz in ein bisschen Öl anbraten. Sie sollten noch knackig bleiben, deswegen holt sie nach 1 Minute wieder raus und kippt das Fleisch samt Marinade in die Pfanne bzw. den Wok und bratet es unter Rühren gar. Danach gebt ihr einfach die Möhren sowie die Zwiebelringe hinzu und lasst das Ganze noch eine Minute braten. Fertig!
Für das Püree die Kartoffeln abgießen und mit beliebig viel Butter, Milch und Muskatnuss durchpürieren. Ich mag es am liebsten mit ein paar Stückchen, andere stampfen lieber mit dem Kartoffelstampfer... 
Jetzt dürft ihr beides sofort servieren, probieren und euch sicher sein, dass Chinesisch mindestens genauso cool sein kann, wie Thai :)

Mittwoch, 28. Januar 2015

Harte Schale, weicher Kern - so müssen Amaretti sein!


Wer kennt sie nicht. Die kleinen Amaretti, die man in diversen Cafés zu seinem Cappuccino gereicht bekommt. Erst freut man sich über die Aufmerksamkeit des Hauses, doch spätestens, wenn man das Kekslein ohne nachzudenken in den gierigen Mund schiebt, hat man die Absichten des Café-Betreibers durchschaut. "Ein Glas Wasser bitte! Aber schnell" hustet man dann vor sich hin, während die Staubpartikel des pseudo-italienischen Nationalgebäcks sich in unserer Speiseröhre festsetzen.
Wem das einmal passiert ist, der ist beim nächsten Mal schlauer und lässt sein Kekslein in der Milchschaumkrone baden und aufweichen.
Und wer es nicht besser weiß, der denkt, dass das Keks-Baden sicherlich von den Italienerin so gewollt sei. Ähäm - es tut mir Leid, aber dem ist nicht so! Ich behaupte jetzt einfach mal, dass ich es besser weiß, denn immerhin durfte ich in Italien schon zahlreiche Male die ECHTEN Amaretti kosten und die sind außen schön knusprig und haben einen weichen Kern. Wer diese kleinen Geschmacksbombem einmal probiert hat, der lässt demnächst sein steinhartes Möchtegern-Italo-Kekslein auf der Untertasse liegen - oder noch besser - trinkt seinen Café zu Hause und genießt dazu selbstgemachte Amaretti. 
Denn die sind nicht nur super lecker, sondern auch kinderleicht in der Zubereitung! Außerdem habe ich jetzt immer eine Ausrede Tiramisu zu machen. Denn was früher an der Eiweiss-Resteverwertung oft scheiterte, ebnet dem sagenhaft leckerem Mandelgebäck nun den Weg auf meine Kaffeetafel.
Da das Familienrezept in den Tiefen von Muttis Koch-und Backordner versteckt war und ich kurzfristig Abhilfe schaffen musste, habe ich ein sehr sehr ähnliches Rezept bei der lieben Zorra gefunden und leicht abgeändert adaptiert. 



An der Zubereitung des Teigs merkt man schon, wie entspannt Italiener eigentlich sind. Denn die Zutaten werden einfach in eine Schüssel verfrachtet und vermischt: auf 2 Eiweiss kommen 170 g Zucker, 230 g gemahlene Mandeln, 1 Prise Salz, 1 EL Amaretto sowie  1 Schuss Bittermandelaroma.  Kein Steifschlagen, kein Unterheben, kein Feinmahlen - einfach vermischen!
Der Teig ist extrem klebrig, aber das soll so sein. Deswegen wird er für mindestens eine halbe Stunde in den Kühlschrank gestellt. 
Heizt den Ofen auf 150 Grad Umluft vor, legt ein Blech mit Backpapier aus und holt die klebrige Masse aus dem Kühlschrank. Und um euch direkt jegliche Illusionen zu rauben: der Teig klebt immernoch! Deswegen feuchtet die Hände gut mit kaltem Wasser an, bevor ihr Kugeln aus dem Teig form, auf das Backblech legt und leicht platt drückt. Am Besten stellt ihr euch eine Schüssel mit kalten Wasser hin, in die ihr die Hände immer mal wieder reintauchen könnt. Die Größe eurer Teigkugeln, ist euch überlassen. Ich mache lieber Kleine, meine Mutti macht lieber Größere. Deswegen gibt es auch keine einheitliche Backzeit... 
Fertig sind die Amaretti, wenn sie an den Seiten schön goldbraun sind. Lasst sie gut abkühlen, setzt euch mit einem Café aufs Sofa, beisst hinein und träumt von Bella Italia...